Carbonfolie – die wichtigsten Informationen im Überblick

CarbonFolie

Carbonfolie ist vor allem in der Tuning-Szene beliebt. Damit verleiht man seinem Fahrzeug den für Rennboliden typischen Carbon-Look, ohne auf teure Carbonfaser zurückgreifen zu müssen. Durch welche Besonderheiten sich diese besondere Form der Folierung auszeichnet, wie sie hergestellt wird und wie man sie am besten pflegt, erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Herstellung und Materialeigenschaften

Carbonfolie kann auf zwei unterschiedliche Arten hergestellt werden. Bei dem mit Abstand am häufigsten eingesetzten Verfahren wird die Folie aus mehrschichtig gegossenem und geprägtem Polyvinylchlorid (PVC) hergestellt. Dabei entsteht eine dreidimensionale Oberflächenstruktur, die sehr nah an die für echtes Carbon typische Optik heranreicht.

Bei dem günstigeren zweiten Verfahren bedruckt man eine herkömmliche Klebefolie mit einem Digitaldruckverfahren in der gewünschten Carbon-Optik. Da die Oberflächenstruktur glatt ist, ist die optische Wirkung geringer als bei der Nutzung von geprägtem/gegossenem PVC.

Die Klebeschicht der Carbonfolie besteht aus einem Acrylkleber, der zum Zweck einer blasenfreien Verarbeitung mit integrierten Luftkanälen ausgestattet ist. Bei Erwärmung klebt das Material von selbst, ist flexibel und dehnbar. Außerdem ist die Folie bei sachgemäßer Montage wasserabweisend, kratzfest, abwaschbar und wetterbeständig. Wenn sie nach der Montage vollständig getrocknet ist, kann sie auch lackiert werden. Zu guter Letzt punktet das Material mit seiner Hitzebeständigkeit. Es widersteht bis zu 60 °C, wobei während der Verarbeitung kurzfristig auch höhere Temperaturen toleriert werden.

 

Verschiedene Arten von Carbonfolie

Informiert man sich näher über die verschiedenen Einsatzbereiche von Carbonfolie, sieht man schnell, dass verschiedene Arten unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. So gibt es etwa spezielle Folien für glatte Flächen, für Wölbungen und Luftkanäle.

Weiterhin unterscheidet man die verschiedenen Produkte hinsichtlich ihrer UV-Resistenz. Bei einer Haltbarkeit von einem Jahr eignen sie sich lediglich für den Innenbereich. Will man die Folien auch im Außenbereich einsetzen, sollte die Haltbarkeit bei mindestens drei bis zehn Jahren liegen.

Weitere wichtige Unterscheidungscharakteristika sind die folgenden:

  • Monomere Qualität (Bevorzugt für den Inneneinsatz)
  • Polymere Qualität (Innen- und Außeneinsatz möglich)
  • Deckende polymere Qualität (Innen- und Außeneinsatz möglich)
  • Gegossene Premiumqualität (Innen- und Außeneinsatz möglich)

Welche Carbonfolie am besten für den individuellen Anwendungsbereich geeignet ist, klärt man am besten in einem Beratungsgespräch mit erfahrenen Experten wie dem Team von Soldera ab.

 

Einsatzbereiche

Grundsätzlich kann Carbonfolie auf jeder glatten Oberfläche aufgebracht werden. Dabei hat sich vor allem die Verklebung auf Automobilteilen als zentraler Anwendungsbereich herauskristallisiert.

Mit Carbonfolien gibt man Bauteilen im Innen- und Außenbereich von Autos ein grafitartiges Aussehen, was in der Tuning-Szene sehr beliebt ist. Die auch als Car Wrapping bekannte Folierung wird unter anderem bei Motorhauben, Außenspiegeln und Dekorleisten eingesetzt.

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Bereiche, in denen hochwertige Carbonfolie zum Einsatz kommt. Hier sind vor allem die folgenden Bereiche zu nennen:

  • Handys
  • Notebooks
  • Computergehäuse
  • Fahrräder

 

Die richtige Montage von Carbonfolie am Auto

Carbonfolie kann in verschiedensten Bereichen eingesetzt werden. Repräsentativ sehen wir uns die Montage am Beispiel eines Autos an.

Zunächst ist es wichtig, die Oberfläche von Staub- und Schmutzrückständen zu befreien. Zur Entfernung von Fettresten und anderen organischen Substanzen etwa verwendet man Isopropanol. Schwer zugängliche Teile des Fahrzeugs sind zunächst zu demontieren.

Als Nächstes geht es an das Ausmessen der zu beklebenden Fläche und das Zuschneiden der Folie. Wichtig hierbei: Ein paar Zentimeter Überstand lassen!

Danach ist das Abdeckpapier zu entfernen und die Folie gleichmäßig über die Fläche zu spannen. Anschließend die Folie dehnen und mit einem Heißluftföhn auf die Fläche aufbringen. Um dabei Blasen zu vermeiden, streicht man die Folie mit einer Rakel vorsichtig glatt. Überstehende Folie wird mit einem Cuttermesser entfernt.

 

Die Vorteile von Carbonfolie

  • Schutz von Oberflächen gegen Korrosion
  • Sportliche Optik
  • UV-Schutz
  • Wetterbeständigkeit
  • Günstiger als komplette Carbon-Bauteile und -Lackierungen
  • Rückstandslose Entfernung problemlos möglich
  • Individuelle Designs

 

Praxistipps – Autos mit Carbonfolie richtig pflegen

Die Pflege folierter Fahrzeuge entspricht im Wesentlichen der von lackierten. Dennoch sind einige Dinge zu beachten, um die Lebensdauer so weit wie möglich zu verlängern. Wenn man mit seinem Auto in eine Waschstraße fährt, sollte man darauf achten, dass die Reinigung mit rotierenden Stoffstreifen und nicht mit Nylonbürsten erfolgt. Diese könnten die Folie zerkratzen.

Führt man eine Handwäsche durch, beschränkt man sich auf lauwarmes Wasser und Autoshampoo. Auf aggressive alkoholhaltige Reiniger sollte man ebenso verzichten wie auf Polituren mit Schleifkörpern und Hochglanzwachs. Stattdessen sind Versiegelungen für matte Lackierungen gut geeignet.

Besondere Vorsicht ist bei Vogelkot geboten. Dieser kann die Folie beschädigen und sollte schnell und vorsichtig entfernt werden.